Netzbetreiber haftet bei Stromausfall für Schäden

Netzbetreiber haftet bei Stromausfall für Schäden

Das wissen viele Verbraucher nicht: Der örtliche Netzbetreiber muss für die Stromausfallschäden aufkommen. Grund dafür ist die gesetzliche Trennung von Energienetz und Energievertrieb seit 2005.

Wird der Stromausfall durch eine Netzüberspannung verursacht und es kommt zu entsprechenden Schäden, wird der Netzbetreiber haftbar. Die Schäden können in den empfindlichen Geräten, wie Computer, Fernseher oder anderen Haushaltsgeräten und sogar in Regelungen für Heizungsanlagen entstehen. Das kann nicht nur teuer werden, sondern auch gesundheitliche Folgen haben. Es sind nämlich nicht nur die Sach- sondern auch die gesundheitlichen Schäden, für die der Netzbetreiber haften muss. Fällt beispielsweise aufgrund des Stromausfalls die Heizung aus und der Verbraucher erkrankt daraufhin an einer Lungenentzündung, kann der Netzbetreiber schadensersatzpflichtig werden.

Bevor der Schadensersatzanspruch jedoch gültig wird, gilt es einige Voraussetzungen zu beachten. Der Schadensersatz kann nur dann geltend gemacht werden, wenn sich der Schaden auf mindestens 30 Euro beläuft. Außerdem existiert eine Schadensobergrenze von 5.000 Euro je Anschlussnutzer. Weiterhin muss der Zusammenhang zwischen dem entstandenen Schaden und dem Stromausfall durch den Verbraucher nachgewiesen werden. Das kann durch Fotos oder durch das Heranziehen entsprechender Gutachter geschehen. Aber auch Nachbarn können als Zeugen herangezogen werden.

Die Schadensmeldung sollte möglichst schnell und präzise dokumentiert und an den entsprechenden Netzbetreiber übermittelt werden. Im Zweifelsfall kann auch der eigene Stromversorger kontaktiert werden, der dann das Anliegen an den Netzbetreiber weiterleitet. Wenn der Stromausfall aber auf höhere Gewalt zurückzuführen ist, wie etwa bei einem Blitzeinschlag, dann haftet der Netzbetreiber nicht. In diesem Fall muss der Verbraucher oder seine Versicherung den Schaden tragen.

Damit besagte Stromausfallschäden vermieden werden, sollten Verbraucher bestimmte Vorkehrungen treffen. Dazu zählt das Anbringen eines Blitzableiters, ein Überspannungsschutz und die Verwendung von Systemen zur unterbrechungsfreien Stromversorgung, vor allem an teuren technischen Geräten.

Quellen:

http://www.rp-online.de/leben/ratgeber/verbraucher/stromausfall-wann-gibt-es-schadensersatz-bid-1.829734
http://www.stromanbieter.net/netzbetreiber-erstatten-stromausfallschaeden/

One thought on “Netzbetreiber haftet bei Stromausfall für Schäden

  1. Interessanter Artikel, muss ich sagen.

    „Fällt beispielsweise aufgrund des Stromausfalls die Heizung aus und der Verbraucher erkrankt daraufhin an einer Lungenentzündung, kann der Netzbetreiber schadensersatzpflichtig werden.“

    Das klingt ja fast schon nach USA Verhältnissen, wo schon der kleinste Grund reicht um jemanden in den Ruin zu klagen. Nicht, dass da noch wer auf dumme Gedanken kommt *lach*
    Gegen Stromausfälle habe ich mich privat bereits vor Jahren durch ein Notstromaggregat im Keller abgesichert, welches ich bisher zweimal für einen notfall gebraucht habe. Ich arbeite für einen deutschen Fahrzeughersteller und in unseren Werks- und Produktionshallen ist auch alles was wichtig ist, für den Falle eines Ausfalls, an ein Notstromaggregat gekoppellt. Da wird nichts dem Zufall überlassen.

    Wer im Zuge eines Stromausfalls, Kosten-oder Produktionseinbrüche zu befürchten hat und nicht vorsorgt, dem ist ohne hin nicht zu helfen.

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